Gelebte Tradition und spaßige Gaudi beim Simonswälder Almabtrieb

So feiern wir unsere Heimat

Wenn im September die ersten Frühnebel den Herbst ankündigen, geht im ZWEITÄLERLAND die Weidesaison zu Ende. Die Rückkehr der Kühe feiern wir Simonswälder mit einem großen Fest mit Blasmusik, Trachtentanz, Heimatabend und Bauernolympiade. Höhepunkt ist der feierliche Almabtrieb am Sonntag, wenn Bauernknechte und Hirten mit ihren bunt geschmückten Ziegen und Kühen durchs Dorf ziehen.

Wir Simonswälder sind eng mit dem Brauchtum unserer Region verwurzelt. Deshalb legen wir großen Wert darauf, dass wir unsere Traditionen lebendig erhalten. Mit dem Almabtrieb feiern wir nicht nur den Abschluss einer guten Weidesaison. Das Fest stärkt die Dorfgemeinschaft, gleichzeitig ist es für unsere Gäste ein schöner Anlass, die Bräuche unserer Heimat kennenzulernen.

 

Freitagabend steigt die urige Almparty, bei der zünftig gerockt wird. Beim Heimatabend am Samstag dreht sich alles um das Brauchtum. Bei traditioneller Blasmusik, Gesang, Trachtentanz und Auftritten der Peitschenschwinger und Holzsäger geht es ausgelassen und fröhlich zu.

 

Zum Höhepunkt am Sonntag stehen die Zuschauer – Einheimische und Gäste – dicht gedrängt am Straßenrand. Zum Simonswälder- und Elztäler Dialekt gesellen sich Schweizerdeutsch, Französisch, Englisch, Holländisch und Italienisch.

Zünftige Blasmusik schallt durch die Straßen und kündet den Auftakt des Almabtriebs an. In ihrer schmucken Festtagstracht ziehen die Musiker und Musikerinnen der Trachtenkapelle durch die Straßen. Danach kommen die Hirten, Burschen und Männer in ihrer Arbeitstracht mit Lederhosen, Filzkappe und blauem Bauernhemd. Kraftvoll schwingen sie die Peitschen und über ihren Köpfen, bis es rhythmisch knallt. Jeder buhlt um die Gunst des Publikums, das die kunstvolle Darbietung mit Applaus belohnt.

 

Mit Glöckchengebimmel trappelt eine Ziegenherde heran, geführt von den jüngsten Hirten, den Hirtenstab in der einen, die Leine in der anderen Hand haltend, bis es vom dunklen „Klong Klong“ der Kuhglocken abgelöst wird. Vorneweg spazieren die Bauernknechte mit geschmücktem Stab, Lederhosen, Strohhut und kunstvoll verzierter Bauernbluse.

 

Und da kommen sie, die gut genährten Kühe, dank der vielen Kräuter und Gräser, die sie den Sommer über auf den saftigen Hochweiden zum Futter hatten. Um ihre Hälse baumeln Glocken und farbenfroh geschmückte Kränze aus Tannenreisig. Sanften Hufes und mit edel erhabenen Kopf schreiten sie auf der Straßenmitte zum Festplatz. Dazwischen drängen sich einige Kälber an ihre Mutterkuh. Geduldig posieren die gescheckten Vierbeiner für die vielen Besucher, die mit Handykamera und Fotoapparat am Straßenrand stehen und das Ereignis fotografisch festhalten. Danach trabt die Herde mit fröhlichem „Muhhh“ auf die Wiese neben dem Festzelt.

 

Verschiedene Teams kämpfen am Mittag bei der Bauernolympiade um den begehrten Kuhglocken-Wanderpokal. Beim Heuparcours-Schubkarrenrennen, Peitschenknallen, Wassereimerschleppen gilt es, auf spielerische Art, den bäuerlichen Alltag zu meistern. Abschluss und Höhepunkt ist der Hahnenkampf, bei dem sich die Kontrahenten auf einem Brett das über ein Schwimmbecken gelegt ist, gegenüberstehen. Dabei ist Geschick, Schnelligkeit und gute Balance gefragt, gilt es doch den Gegner mit einem Sack von der Planke ins Wasser zu stoßen.

 

Wir Simonswälder mögen Ecken und Kanten haben, doch wir haben vor allem eines: ein großes Herz und Leidenschaft für unsere Heimat. Und wer einmal als Gast mit uns gefeiert hat, kommt nächstes Jahr als Freund wieder.