Tourismus-Statistik: Das Corona Jahr 2020 und seine Folgen

Positive Entwicklung im ZweiTälerLand nimmt ein jähes Ende

Seit 2008 kletterten die touristischen Ankünfte im ZweiTälerLand kontinuierlich nach oben. 2019 konnte sogar die 100.000er Marke geknackt werden. Das nahm nun im Corona-Jahr 2020 ein jähes Ende. Gegenüber dem Vorjahr sanken die Gästeankünfte um 34,8% auf 68.513. Die Zahl der Übernachtungen sackte auf 273.655 (-26,1%) ab. Sowohl die Ankünfte als auch Übernachtungen stehen somit auf einem, in den letzten 20 Jahren, so noch nie dagewesenen Tiefstand.

Die von der Tourismusgesellschaft vorgelegten Zahlen dokumentieren das durch Corona gebeutelte Krisenjahr. Die ZTL-Gastgeber und Gastronomen haben im vergangenen Jahr unter dem Beherbergungsverbot und den Reisebeschränkungen sehr gelitten. „Eine solche Rückwärtsbewegung haben wir im ZTL noch nicht erlebt. Nach den ersten beiden Monaten des Jahres, die ein gutes Geschäftsjahr erwarten ließen, ging es nun darum, zu stornieren statt zu buchen, abzubauen statt aufzubauen, Gästen abzusagen statt sie zu begrüßen. Der Sommer und auch der Herbst waren zwar richtig gut, aber Nachholeffekte gibt es in unserer Branche nicht, so ZTL-Geschäftsführerin Ulrike Weiß. Die Zahlen spiegeln eindrücklich wider, wie hart das Jahr 2020 für die Tourismusbetriebe war und ein absehbares Ende ist ja leider immer noch nicht richtig in Sicht. Die von so vielen geforderte klare Perspektive für den Tourismus ist wieder vertagt worden.“

Im Jahr 2020 boten 248 Betriebe (2019: 266) 3.741 Schlafgelegenheiten (2019: 3.963) in der Ferienregion an. Einzig erfreulicher positiver Trend: Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer stieg um 0,5 auf 4,0 Tage, was so viel heißt wie, dass die Gäste, die da waren, länger blieben.

Rund 81% Prozent der Urlauber kamen aus dem Bundesgebiet. An der Spitze standen dabei Gäste aus Baden-Württemberg (40%), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (13%) und Rheinland-Pfalz (8%).

Deutlich wurden die Auswirkungen der Corona-Pandemie auch bei der Zahl der ausländischen Gäste: In den letzten Jahren kamen gut ein Viertel der Gästeankünfte aus dem Ausland. Tendenz steigend. Im Jahr 2020 kamen dagegen nur 19% ausländische Gäste. Ganz vorne auf dem ausländischen Markt rangierten Gäste aus der Schweiz mit 32% Prozent. Dahinter folgten die holländischen Gäste (29%), Frankreich (13%) und Belgien (10%).

Die Entwicklungen in den einzelnen ZTL-Orten war sehr unterschiedlich. Schon fast Unglaubliches hatte die Gemeinde Biederbach mit einem leichten Plus von 0,3% bei den Übernachtungszahlen zu verzeichnen. Dafür traf es die Orte Gutach und Winden umso härter. Hier gibt es Häuser, die aufgrund der Corona-Verordnung ihre volle Leistung nicht von Anfang an anbieten durften oder bei denen Tagungen und auch Gruppen weggebrochen sind.

Nichtsdestotrotz richtet die Tourismusgesellschaft den Blick nach vorne. Auch wenn es in diesen Tagen gerade noch alles perspektivlos erscheint, im Laufe dieses Jahres wird es wohl wieder Reisen geben. Sobald ein Ende der Beschränkungen in Sicht ist, wird die Buchungslage wohl sehr kurzfristig anziehen und so erhofft man sich, in der Geschäftsstelle in Bleibach, ein weiteres Jahr, in dem der „Urlaub im eigenen Land“ in den Fokus Vieler gerät. Erste Studien bescheinigen den Deutschen eine ungebrochene Reiselust. Mit dem Fokus auf die beiden Themen Natur und Wandern, kann das ZTL genau die Sehnsüchte bedienen, die von den Menschen gerade gesucht werden.

 

*In der Tourismusstatistik wurde 2017 eine Bereinigung vorgenommen. Im Jahr 2016 hat die Gesellschafterversammlung der Elztal & Simonswäldertal Tourismus GmbH & Co. KG für 2017 ff einen neuen Leistungsverrechnungsschlüssel beschlossen, der nur noch die Ankünfte und Übernachtungen der BDH-Klinik in Elzach der Reha-Patienten undBegleitpersonen vorsieht. Die Statistik wurde nun dementsprechend angepasst.

Bei dieser Statistik handelt es sich um Zahlen, die anhand der Meldescheinerfassung der einzelnen Orte generiert werden und somit auch die Vermieter bis einschl. 9 Betten beinhaltet. Das Statistische Landesamt veröffentlicht in deren Tourismusstatistik die Zahlen der Betriebe mit 10 und mehr Betten.

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