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Tolle Tage für Marlene im ZweiTälerLand

Lesen Sie hier, was Marlene so alles bei ihrem Urlaub auf dem Bauernhof und im ZweiTälerLand erlebt hat.

Liebe Katharina, ...

Papa sagt, dass ich meine Rechtschreibung verbessern muss, die Deutschnote im Zeugnis hat ihm nicht so gut gefallen. Ich wollte dir nur eine Karte schreiben, aber jetzt wird es halt ein ganzer Brief von unseren ersten drei Ferientagen im Zett-te-el. So nennen Felix und ich das ZweiTälerLand. Wir sind in einem der beiden Täler auf einem Bauernhof, dem Schingerhof, gelandet. Haben Papa und Mama im Internet ausgesucht.
Wenn es nach Mama gegangen wäre, lägen wir am Strand; sie ist für Meer, Hotel und so, hat für sie auch Vorteile, dann muss sie nicht immer kochen! (Wir helfen ihr...)
Doch dieses Jahr war wieder Papa dran mit der Ferienauswahl und er wollte unbedingt mal in den Schwarzwald – nur Bäume und Wälder, immer nur Natur, das ist doch langweilig, habe ich gedacht! Doch Papa meinte, dieses Jahr bleiben wir in Deutschland, dann müssen wir nicht so weit fahren. Die Fahrt dauerte auch wirklich nicht so lange und wir haben auch alles gleich gefunden.
Ich sag dir, das ist ein richtig großer Bauernhof. Stell dir vor, schon seit 300 Jahren wohnen hier Leute derselben Familie. Nebendran ist ein Gästehaus, wo wir eine tolle Ferienwohnung haben.
Papa und Mama haben sich gleich nach der Ankunft und dem Einrichten erkundigt, wo wir etwas einkaufen können – und zwar gute und frische Sachen und direkt bei den Leuten, die das auch herstellen. Alle Adressen haben sie sich geben lassen und dann gings auf Einkaufstour. Wir sind von Bäckerei zum Bauernhof, von Marmelade zu Käse, von der Metzgerei zum Schnapsbrenner, vom Honig zur Butter, von den Eiern zum Wein, aber dann hatten wir endlich alles. Alle Menschen sind sehr nett hier, doch manchmal verstehe ich nicht, was sie sagen. Hauptsache, es schmeckt gut, was sie herstellen – Supermarkt ist zwar schneller, doch jetzt weiß ich wenigstens, woher das Essen kommt. Und ich sag dir, es schmeckt einfach alles sooo lecker!
Ich konnte es aber kaum erwarten, bis wir wieder am Hof waren. Richtige Kühe gibts hier auch noch, das ganze Tal ist voll davon. Die Milch trinken die kleinen Kälbchen. Wir durften gleich helfen, die Kühe in den Stall zu bringen und sie mit Heu zu füttern. Mama hat zwar etwas die Nase gerümpft, als wir aus dem Stall wieder zurück kamen. Richtig süß sind die Ponys – auf denen man auch reiten kann. Hier gibts auch noch andere Tiere: Kaninchen, Katzen, Hühner, Ziegen, normale Schweine und ein lustiges Hängebauchschwein – alle haben einen Namen, selbst der Hahn. Der heißt Fridolin und hat uns auch am zweiten Tag geweckt, Felix und ich sind gleich rausgestürzt – wenn es in die Schule geht, kommen wir nicht so schnell aus den Federn. Am Haus führt ein kleiner Bach vorbei, wir sind da gleich mal hin und haben ihn an manchen Stellen aufgestaut, Felix hat sein Taschenmesser gezückt und hat begonnen, kleine Boote zu schnitzen, die wir dann ins Wasser setzten.
Beim Frühstück schlägt Papa vor, dass wir Bäume hochlaufen können - ich dachte, das sagt er nur, damit wir neugierig werden und dann müssen wir irgendwo ganz doof einfach wandern gehen. Wir sind aber mit dem Bus zum Naturerlebnispark in Waldkirch gefahren. Die Fahrt mit der Bahn und mit den Bussen ist kostenlos und wir fahren einfach wohin wir wollen. Felix wollte sich schon gleich auf dem Kletterspielplatz austoben, doch auf dem Sinnesweg gab es auch so tolle Sachen zu machen. Wir (selbst Mama) kletterten über eine Hängebrücke und schnupperten den Geruch von Waldfrüchten. „Habt ihr gemerkt, dass wir schon eine Stunde unterwegs sind“? fragt Papa – hatten wir nicht, denn wir waren gespannt auf den Abenteuerpfad. Ich musste all meinen Mut zusammen nehmen, um über die wackelnden Brücken und Netze zu steigen, auch Felix war ganz ruhig! Danach eroberten wir das Baumhaus. Dann hieß es Schuhe und Strümpfe ausziehen, denn wir gingen über einen Barfußpfad. Die Steine gingen ja noch, aber die Tannenzapfen haben richtig gepickst – das Beste war das weiche und kühle Moos. Dann der Baumkronenweg (Papa hatte also nicht geschwindelt!). Tatsächlich führt ein Steg bis in die Wipfel der Bäume – kaum zu glauben, da bleibt einem die Spucke weg. Schwindelfrei muss man schon sein und unterwegs erfährt man alles Mögliche über die Vögel und andere Tiere, die hier oben immer wohnen. Doch das Beste kam zum Schluss: Auf einer Riesenrutsche kann man durch eine Röhre wieder hinuntersausen – das war vielleicht ein Spaß! Unglaublich, wie man da hindurchbrettert – fast 200 Meter geht’s bergab! Das machte Hunger.
Unser Picknick bereiteten wir am Grillplatz im Schwarzwaldzoo, wo wir unsere Grillwurst und ein Stockbrot ins Feuer hielten. Der Luchs und die Wildschweine beobachteten uns dabei neugierig. Zum Schluss gönnten wir uns noch eine Bootsfahrt auf dem Stadtrainsee und nach einem Match auf dem Abenteuer-Minigolfplatz hatten wir alle Attraktionen des Naturerlebnispark ausprobiert.
Danach schlenderten wir durch das Städtchen, bekamen ein leckeres Eis und liefen zum Bahnhof. Für den Abend war noch eine Taschenlampenwanderung geplant. Da liefen wir doch ohne Murren auch noch mit! Von unserem Hof aus führte uns Frau Hug erst zum Fredi-Fuchs-Pfad, wo Waldtiere aus Holz stehen. Ich habe sie gezählt – es waren 14! Mama musste an dem Abend nichts kochen, denn wir kehrten in einem Gasthaus ein und warteten dann, bis es richtig dunkel wurde. Dann sind wir raus, haben die Taschenlampen angemacht und sind los. Das war richtig toll, im Vergleich zu Zuhause ist es hier ganz ruhig und im Wald ein bißchen gruselig und dunkel. Aber die Taschenlampen haben schön geleuchtet. Müde plumpsten wir in die Betten. Und Fernsehen? Vergiss es, dazu haben wir keine Zeit!
Wir hatten schon soviel erlebt und waren erst zwei Tage da. Felix wollte heute seinen Traktorführerschein machen. Herr Hug holt das knatternde Monstrum, einen „Fahr“ von 1954, wie er stolz sagte, aus der Garage – ich glaube aber, dass vor allem Papa mal fahren wollte. Während sie ihre Runden drehten, machte es sich Mama auf einem Waldsofa bequem und wer kümmerte sich um mich? Keine Panik - endlich war ich dran, um auf einem Pony reiten zu können. Da komme ich ja in der Schulzeit nie dazu.
Vor dem Mittagessen noch schnell mit Mama ein Match an der Tischtennisplatte, dafür haben wir Zuhause auch nie Zeit! Felix zeigte glücklich seinen Traktorführerschein und rennt mit anderen Jungs zum Bolzplatz.
Und für mittags hatte Papa wieder etwas Neues gefunden: „Also, wir können auf eine Burg hinauf steigen oder eine Edelsteinschleiferei besichtigen oder in ein Museum mit Drehorgeln gehen oder ins Schwimmbad oder Minigolf spielen oder auf den hohen Kandel fahren und die Welt von oben betrachten?“ Ich glaube, er hatte noch tausend andere Vorschläge auf Lager, aber es war ja egal, was wir machten, es war einfach schön, dass wir alle zusammen etwas unternahmen.
Wir sind dann den Wasseramselweg nach Simonswald hinunter gelaufen, kamen an Mühlen vorbei und haben die Texte auf den Informationstafeln gelesen.
Dann wieder in den Bus zum Bahnhof in Waldkirch und hoch zur Kastelburg. Der Weg begann praktischerweise gleich hinter dem Bahnhof. Felix Augen leuchteten, als wir den Ritterweg hochstiegen, denn insgesamt acht lebensgroße Ritterfiguren stehen am Weg und er fühlte sich gleich ins Mittelalter versetzt. So eine Burg interessiert mich nicht so sehr, ich war froh, dass es bald wieder in die Stadt ging. Jetzt durfte ich sagen, was wir machen – ich entschied mich fürs Schwimmbad. Gleich kam ein Zug und wir fuhren das Elztal hinauf. Das Bad in Gutach, meinte mein Vater, sei sehr erfrischend! Jetzt weiß ich auch, was Papa meinte, denn das Wasser hier hat seine natürliche Temperatur und ist nicht beheizt – eben richtig erfrischend!!
Ich sitze hier im Schwimmbad und schreibe den Brief an dich zu Ende, wundere dich nicht: Ich musste erst in mein Schmierheft schreiben und dann hat Mama alles verbessert, darum hat es in meinem Brief keine Fehler... und irgendwann soll er dich auch erreichen.
Es gibt noch sooooviel zu unternehmen und zu sehen, ich will auf alle Fälle nochmals ins ZTL kommen – kannst du deine Eltern nicht auch dazu überreden? Es gibt hier sehr viele tolle Bauernhöfe, die alle auch Spannendes für Kinder haben – hier gibt es noch eine Spielscheune, doch darin spielen konnten wir nie – es war einfach immer zu schönes Wetter, um drinnen zu spielen!
Liebe Grüße Deine Marlene

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