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Kulinarisches ZweiTälerLand

Das ZweiTälerLand ist ein fruchtbarer Landstrich in der klimatisch begünstigten Südwestecke Deutschlands. Durch die Burgundische Pforte wehen mediterrane Lüfte, hier ist es wärmer und scheint die Sonne häufiger. Dazu kommt die Liebe der Landwirte und Erzeuger zu ihrem Produkt, für dessen Qualität sie mit ihrem Namen schon seit Generationen stehen.

Das ZweiTälerLand erstreckt sich in einer geographischen Vielfalt von den Talregionen bis hinauf auf die Schwarzwaldhöhen und kann deshalb eine schier unerschöpfliche kulinarische Bandbreite auf rund 1.000 Höhenmetern vorweisen.

In der fruchtbaren Tallage gedeiht Gemüse aller Art und im Frühjahr setzen die Obstbäume mit ihrer Blüte einen farbigen Tupfer in die Landschaft. Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Kirschen – zum Teil noch ursprüngliche Sorten versprechen ein Aroma, das in keinem Supermarkt zu kaufen ist. In Buchholz bückt man sich über ausgedehnten Erdbeerfeldern, die bevorzugt frisch zum Dessert, als Kuchen oder als Marmelade verzehrt werden und wie die Himbeeren und andere Früchte zu leckeren Konfitüren verarbeitet werden.

Zu Beginn des Elztals ragen die sehr steilen Rebberge der nach Süden ausgerichteten Weinlage Sonnhalde. Buchholz liegt an der Badischen Weinstraße und gehört zum Anbaugebiet des Breisgaus. Die klassischen Burgundersorten gedeihen hier und werden zu fruchtigen Weinen und zu handgerüttelten, prickelnden Winzersekten ausgebaut. Auf dem Buchholzer Weinlehrpfad erfährt man auf fast vier Kilometern alles über die mühsame Tätigkeit der Winzer, die die Steillagen ausschließlich in Handarbeit bewältigen können. Die Winzergenossenschaft Buchholz/Sexau und die Weingüter Franz-Xaver, Hechinger, Hinn, Moosmann und Nopper stellen önologische Spitzenerzeugnisse her.

In der Vorbergzone weiden die Rinder um die stattlichen Bauernhöfe. Sie stehen für die traditionelle Schwarzwälder Milchviehwirtschaft und sind wahre Landschaftspfleger. Der Großteil der Haupt- und auch Nebenerwerbslandwirte liefert die Milch an die Schwarzwaldmilch, aber einige Landwirte bieten ihre eigenen und veredelten Milch-Produkte selbst an. Herrlich frische Landbutter und verschiedene Weich-, Schnitt-, Hartkäse oder Rohmilchkäse sind eine wahre Gaumenfreude.

Vegetarier müssen den nächsten Absatz überlesen, denn jetzt geht’s zur Sache: Wer kennt ihn nicht, den Schwarzwälder Schinken und Speck? Traditionell wurden die Schweine auf jedem Bauernhof vom Hausmetzger in der kalten Jahreszeit geschlachtet – die EU-Bestimmungen machen nun den Gang in den Schlachthof zur Pflicht. Die sorgsam aufgezogenen Schweine danken ihre Haltung mit einem festen Fleisch, dessen Längsseite und Schinken in Lake eingelegt und dann mehrere Wochen in kaltem Rauch haltbar gemacht werden. Gleichzeitig bekommt der Schinken oder Speck seinen unvergleichlichen Geschmack, den man am besten bei sehr fein geschnittenen Scheiben und auf einem ‚Speckbrettli‘ genießen kann – Fett ist übrigens ein unverzichtbarer Geschmacksträger. Nicht nur nach einer Wanderung darf man sich auf eine Vesperplatte mit Speck, Blut- und Leberwurst freuen. Ein gekochtes geräuchertes ‚Schäufele‘ mit einem Kartoffelsalat (ohne Mayonnaise!) gehört zu den badischen Leib- und Magengerichten. Nicht erschrecken darf man am Ortseingang von Biederbach, denn dort stehen echte Bisons, deren Fleisch die Bandbreite des landschaftstypischen Angebots bereichert.

Was ist die beste Wurst aber ohne Brot? Die Mühlen im Schwarzwald haben sogar Eingang in das Volkslied gefunden und entlang des Mühlenwanderwegs kommt man in Simonswald an restaurierten Mühlen vorbei, die mit der Kraft des Wassers betrieben wurden. Nicht nur Getreide wurde hier gemahlen, sondern auch das Walnussöl, das manchem Salat zur geschmacklichen Höchstform verhilft.

Mehl war der Grundstoff zur Herstellung von Backwaren aller Art; in Elzach-Yach hat man den elf km langen Wanderweg ‚Brotweg‘ eingerichtet und bekommt an einigen Bauernhöfen ein selbst gebackenes, krustiges Holzofenbrot.

Mehlspeisen und Nudelgerichte, wie die handgeschabten ‚Spätzle‘ sind ein Überbleibsel aus der Zeit, als Teile des Schwarzwaldes über fünf Jahrhunderte zu Österreich gehörten. Nudeln und Spätzle wiederum schmecken am besten zu einem Wildbraten. Reh, Hirsch und Wildschwein findet man auf vielen Speisekarten und in den Metzgereien, denn sie bevölkern den Wald im ZweiTälerLand. Dort sorgen auch die fleißigen Bienen dafür, dass ein wunderbarer Tannen- und Waldhonig goldgelb ins Glas fließt. Imkerbetriebe in Simonswald, Waldkirch, Oberprechtal und Oberwinden haben zum Teil nicht nur Honig im Angebot, sondern auch Bienenwachs und Bienenwachskerzen. Bienen summen auch im Heilkräutergarten am Dobelberg in Winden, den Edith Fehrenbach liebevoll, gemäß der Lehren Hildegard von Bingens, unterhält. Insgesamt zwei richtige Bauerngärten bestaunt man am Landwasserhof der Familie Moser in Oberprechtal.

In den klaren Gewässern der Wilden Gutach und der Elz tummeln sich zahlreiche Fische – in vielen Restaurants werden sie fangfrisch als Forelle blau oder gebacken serviert.

Natürlich passt dazu ein guter Wein aus Buchholz, aber nicht nur an heißen Tagen und zum Durst löschen ist ein frisch gezapftes Bier ein idealer Essenbegleiter. Die Löwenbrauerei in Elzach ist in vierter Generation im Besitz von Familie Dold und blickt seit 1856 auf eine erfolgreiche kleine, aber feine Brautradition zurück. Das beliebte untergärig hergestellte Kräusen wird in die handlichen 0,33 l Bügelflaschen abgefüllt. Ebenso klangvoll ploppt es beim obergärigen ‚Weißen Löwen‘, vom Herbst bis in den Frühling gibt es das dunkel-malzige Festbier. Die Hirschenbrauerei in Waldkirch besteht seit 1831 und wurde nach dem Stammhaus, dem Gasthaus Hirschen benannt und ist neben weiteren Biersorten für sein Kellerbier bekannt.

Und zum Abschluss einer guten Mahlzeit gehört im Schwarzwald als ‚Verisserle‘ immer noch ein selbst gebrannter Schnaps aus heimischen Obstsorten. Im Schwarzwald bekamen die Landwirte seit 1726 das Recht, in Jahren mit großen Ernteerträgen das unverkaufte Obst zu brennen. Dieses Recht der Abfindungsbrenner, was der EU ein großer Dorn im Auge ist, gilt auch heute noch. So findet man im ZweiTälerLand zahlreiche Kleinbrenner, die ihre hochprozentigen Erzeugnisse anbieten. Im Unterschied zum ‚Kirschwasser‘ werden Beeren mit niedrigem Zuckergehalt nicht direkt gebrannt, sondern in Alkohol angesetzt. Dieses Beeren-Alkohol-Gemisch wird dann z.B. zu einem Himbeer-Geist gebrannt.

Ein führendes und mehrfach ausgezeichnetes Unternehmen ist die Elztalbrennerei Weis in Gutach, die ab 1917 mit der gewerbliche Herstellung von Edelbränden begann. Diese können nur mit ‚Weis’heit genossen werden.

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