
Zwitschernd fliegen die Schwalben in ihre zahlreichen Nester am elterlichen Hof, der seit den 1840 er Jahren stattlich im Simonswälder Tal liegt, durch das die Wasser der Wilden Gutach rauschen und manche Mühle und Uhrmacherwerkstatt antrieben.
Die Zugvögel können dabei fast als Symbol für Danielas Leben stehen. Hat sie nicht auch zu einer Lehre als Restaurantfachfrau die Heimat verlassen, um nach Stationen in der Sterne-Gastronomie im Rheinland und der französischen Schweiz wieder zurück nach Hause zu finden? Hier wurde eine Familie gegründet und wird die seit den 1950 er Jahren begonnene Ferienwohnung- und Zimmervermietung weiter geführt.
Besonders Wandervögel zieht es ins ursprüngliche Simonswälder Tal, denn von hier ist es nicht mehr weit bis zu den wildromantischen Zweribach-Wasserfällen und dem Zweitälersteig. Wanderer brauchen vor ihrer Tour ein „echtes“ Frühstück mit Eiern, sowie Wurst aus eigener Produktion und selbst gemachter Marmelade. „Gerade weil ich in der Ferne war, liegt meine Wertschätzung ganz besonders an heimischen Produkten und der Art und Weise, wie sie verarbeitet und zubereitet werden“, meint Daniela.
Ein Stück gelebter Tradition liegt ihr auch noch mit der Simonswälder Tracht am Herzen, die in der Ausstellung der historischen Ölmühle zu sehen ist. Frauen im Simonswald tragen den traditionellen Schnapphut und zur Hochzeit den reich geschmückten Schäppel. Ihr Mann Benjamin spielt Tuba in der Trachtenkapelle und die Kinder tanzen in der von ihr geleiteten Kindertanzgruppe. Die 20 Mädchen und Buben sind zwar manchmal ‚richtige Pfiffedeckel‘, aber hören auf Daniela, wenn sie ihnen erklärt, wie die ‚Zepf ufgschlage were‘ (Zöpfe flechten), wie man ‚s’Blüsli zämmebindet‘ (Blusenärmel binden) und welche Bedeutung der Myrtenkranz als Kopfschmuck der Mädchen hat. „Wissen wo man herkommt, das ist wichtig“, meint Daniela, wobei der Satz sowohl für das Fortbestehen der Simonswälder Tracht bei den heutigen Lebensbedingungen als auch für die Schwalben gilt. Wann fliegen Sie auf Simonswald?