
Ganz unübersehbar ist er Künstler, Lebenskünstler. Äußerlichkeiten sind ihm eitles Blendwerk „alles Materielle ist nur geliehen“. Der eigene selbständig denkende Kopf und seine Kunst sind ihm das Wichtigste sowie ein Leben ohne Stress.
Keiner hätte dem in Bleibach geborenen Hans, der 30 Jahre als Außendienstmitarbeiter ständig auf der Straße und unter Stress war, einmal prophezeit, dass er Kunstmaler werden würde. Mit 55 Jahren stieg er aus und erfüllte sich nach einem herben Schicksalsschlag den innerlich lang gereiften Wunsch: Als Autodidakt bemalte er Bauernschränke, doch seine Malerei gerät im Laufe der Jahre immer großflächiger, raumgestaltender. Hotels, Kirchen, Hofkapellen, Privathäuser..., im engen und weiten Umkreis stößt man auf Werke des nun international tätigen Malers, der meisterhaft Marmor-Imitationen auf Holz aufbringen kann.
Seine Lebenserfahrung lässt ihn öfters die Frage stellen: „Was ist das Leben eines Menschen? Im großen Weltengetriebe doch nur ein Wimpernschlag...“. In Bleibach finden sich in der St. Georgs-Kirche 34 großformatige Ölbilder auf Holz. Der 60 Jahre vor der Französischen Revolution entstandene und nie übermalte ‚Bleibacher Totentanz‘ ist für Hans Schätzle ein mythischer Ort – ein Ort der Besinnung, wie bei seinen Führungen spürbar wird. Bleibach ist einst durch seinen Blei- und Silberbergbau reich geworden, Siegelau mit seinen acht Weilern, wie Eckleberg und Gscheid, war immer von der Landwirtschaft geprägt und das namensgebende Gutach ist seit der Industrialisierung eng ‚verwoben‘ mit der Nähseidenspinnerei der Firma Gütermann, die auch bei Christos Reichstagsverhüllung die Fäden zog.
Nicht nur der Unterschied zwischen dem wahren Sein und dem vergänglichen Schein ist in Gutach zu entdecken.