Auf der Suche nach magischen Felsen und heiligen Bäumen

Sagenhafte Orte im ZweiTälerLand

Mystische Felsformationen und Berggipfel auf denen sich unheimliche Geschichten ereignet haben – im ZweiTälerLand gibt es viele magische Orte, deren Ursprung noch heute Rätsel aufgeben. 

Der Siebenfelsen in Yach

Am Ende des Tals, wo der Yachbach entspringt, zwischen sanften Wiesenhügeln und den Ausläufern des Waldes, befindet sich die wohl merkwürdigste Steinformation im Schwarzwald. Unterhalb des Rohrhardsbergs türmen sich sieben gewaltige Felsen in den Himmel. Als hätte ein Riese sie von Hand geschliffen und aufeinander geschichtet, so nahtlos fügen sich die Granitsteine aufeinander.

Dieser Ort soll einst ein keltischer Sonnenaltar gewesen sein, an dem Sonnenwendfeiern und andere kultische Feste abgehalten wurden. Es fällt nicht schwer, sich das vorzustellen. Der sonnendurchflutete Platz scheint prädestiniert dafür zu sein. Der Ort, sagt man, sei von einer geheimnisvollen Atmosphäre umgeben, dessen Energien und Kraftlinien noch immer spürbar sind. Wenn das kein Grund ist, den Siebenfelsen einmal zu besuchen!

Zu erreichen ist der Siebenfelsen nur zu Fuß. Am besten auf einer Wanderung vom Schneiderhof in Richtung in Richtung des 1.155 Meter hohen Rohrhardsberg.

 

Der Blindenstein

Auf dem 1.050 Meter hohen Watzeck, weit oben im Yachtal, zwischen Hornberg und Elzach gelegen, findet man den Blindenstein. Auf dem bewaldeten Gipfel aus Granitfelsen ragt ein merkwürdiger, rund drei Meter langer und eineinhalb Meter hoher Felsblock empor. Auf dem tischförmigen Felsen sind kleinere Schalen eingelassen. Solche Art von Naturdenkmalen wurden von den Kelten als Opferschalen genutzt, in denen Früchte, Getreide, Kräuter und Blumen dargebracht wurden. Ärgern Sie sich nicht, wenn Sie den Stein nicht finden. Er macht seinem Namen alle Ehre. So mancher ist blind im Wald herumgetappt, auf der Suche nach dem mysteriösen Felsen.

 

Schimmelbildstock

Die Sage berichtet von einem Bauer, der zur Hörnlebergkapelle wanderte, um dort zu beten. Weil er hungrig war, kehrte er zuvor in der Gaststätte neben dem Kirchlein ein. Nach dem Essen ließ er sich auf ein Kartenspiel ein und prompt war der Grund seines Herkommens vergessen. Als weit nach Mitternacht sein letzter Taler verspielt war, machte er sich auf den Heimweg, als plötzlich am Tafelbühl ein weißer Schimmel, bleich wie der Tod, auftauchte. Der Bauer bestieg das Pferd, das ihn schnell wie der Wind zu seinem Hof brachte. Dort angekommen, bäumte sich der Schimmel so wild auf, dass der Bauer nicht absteigen konnte. Er rief seiner Frau zu, dass sie Weihwasser holen solle, um den Spuk zu beenden. Als der Schimmel das Weihwasser sah, ritt das Ross samt Reiter wie vom Teufel besessen zurück auf den Tafelbühl. Dort angekommen, ist der Schimmel auf mysteriöse Weise verschwunden. Der verblüffte Bauer musste den Weg zu Fuß zurückgehen. Seither hat man ihn nie wieder reiten oder Kartenspielen gesehen. An die Geschichte erinnert ein Bildstock mit dem Abbild eines Pferdes, der sich in der Nähe des 1.083 Meter hohen Tafelbühls befindet. Dort kommt man vorbei, wenn man auf der dritten Etappe des Zweitälersteigs wandert. Wer weiß, vielleicht wartet der Geisterschimmel noch heute auf Wanderer, die er vom einsamen Bergrücken ins Tal reiten kann?

 

Balzer Herrgott

Am Wanderparkplatz Balzer Herrgott angekommen, umgibt den Platz eine eigenartige Ruhe, als hätte der Wald alle Geräusche geschluckt. Die andächtige Stille wischt alle Alltagsgedanken fort. Etwa einen Kilometer vom Wanderparkplatz entfernt steht eine alte mächtige Buche, ein Waldheiligtum, einzigartig auf der Welt. Das Sonnenlicht, das durch das Blattgrün flirrt, verleiht der Weide einen fast göttlichen Lichterglanz. In den mächtigen Stamm eingewachsen befindet sich eine Christusfigur. Das Gesicht der Figur ist von einem knorrigen Wulst umgeben. Wie sie in den Baum gekommen ist, weiß niemand. Einer Legende nach war es ein Hugenottenkreuz, das auf der Flucht verloren ging, eine andere erzählt, dass ein Bauer namens Balzer die Figur dort wegen eines Versprechens anbrachte. Andere Versionen berichten, dass es sich um ein Hofkreuz des Königenhofs handelt, der 1844 durch eine Lawine verschüttet wurde. Der Körper wurde im Laufe der Jahre von der Buche umwachsen und heute ist nur noch das Gesicht der Christusfigur zu sehen.

Dieser Ort ist von einer sakralen Kraft durchdrungen. Innehalten, das Bildnis auf sich wirken lassen, den Frieden aufnehmen und dankbar sein, dass es in unserer hektischen, unruhigen Zeit stille Orte der Kraft wie den Balzer Herrgott gibt.

In diesem Artikel erwähnt

Siebenfelsen

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Die Siebenfelsen oberhalb von Elzach-Yach sind eine mystische Felsformation.

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