Ein Besuch im Schwarzwaldzoo in Waldkirch

Sehen, Staunen, Streicheln

Erstaunt folge ich den Wegschildern, die mich Richtung Schwarzwaldzoo führen. Noch befinde ich mich inmitten eines Wohngebiets. Hier soll ein Zoo sein? Waldkirch ist umgeben von Natur, eigentlich macht das die Stadt prädestiniert für einen Zoo. Und tatsächlich: Am Ende der Straße beginnt der Wald. Hier öffnet sich das Tor zum Schwarzwaldzoo. Kaum bin ich aus dem Auto gestiegen, bin ich mittendrin im idyllisch gelegenen Schwarzwaldzoo.  

Am Eingang erhalte ich den Übersichtsplan des Zoos, auf dem ich sehe, in welchen Gehegen sich die Tiere befinden. Über 200, meist einheimische Tierarten leben im Schwarzwaldzoo. Doch es gibt auch allerlei Exoten. Die sind nicht zu überhören: Laut keckern und zwitschern die putzmunteren Wellensittiche. Nicht weniger laut ist eine Schulklasse, die sich vor das Schaufenster der Kükenstation schart. „Da, das Ei hat einen Riss, gleich schlüpft das Küken“, ruft einer der Schüler begeistert. Ich gehe weiter zu den Rabenkrähen. Einer klettert ganz frech am Gitter herum als wolle er mir etwas aus meinem Rucksack klauben. Mich zieht es zu den Eulen. Ich mag diese ruhigen, stolzen Tiere. Mit ihren großen Augen registrieren sie jede Bewegung. Wunderschöne Vögel sind das, und wie anmutig sie auf ihren Ästen sitzen. Dort sitzt der Bartkauz, fast genauso groß wie ein Uhu, daneben der Bengalenuhu, der Fleckenuhu und ein Waldkauz. Und ganz in weiß, die Schneeeule. Ein wenig unheimlich sind sie, wie sie mich mit ihren großen Augen stumm anblicken.

Beim Mäusehaus herrscht geschäftiges Treiben. Ein Miniaturhäuschen, in dem es sich die kleinen Nager bequem gemacht haben und alles anfressen, was nicht niet- und nagelfest ist. Gleich gegenüber, hinter der Spielarena befindet sich der Streichelzoo. Für Kinder ein Paradies! Sie dürfen nämlich direkt ins Gehege zu den Zwergschafen, Zwergziegen und Meerschweinchen. Streicheln und Füttern (nur mit den Futterpellets aus den Zoo-Futterschachteln) ist hier ausdrücklich erlaubt. Manche Ziege ist recht ungestüm, was das Betteln und Drängeln nach Futter angeht.

Im Schlangenterrarium kann ich die Aspisviper beobachten, eine im Schwarzwald heimische Giftschlange. Sie ist bis zu 80 Zentimeter lang und ernährt sich hauptsächlich von kleinen Nagetieren, Eidechsen und Vögeln. Sie sieht mit ihrer grauen Musterung unscheinbar aus, wie sie auf dem kleinen Felsen in der Sonne vor sich hindöst. Ich hätte eher gedacht, die Schlange mit der auffälligen Musterung, wäre giftig. Doch das ist eine Leopardnatter, und die sind harmlos.

Das Sikawild – eine aus Asien stammende Hirschart – hat sich in der heißen Mittagssonne in den Schatten unter den Bäumen zurückgezogen. Den Alpaka und den Nandus scheint die Hitze nichts auszumachen, munter traben die straußenähnlichen Laufvögel durch das Gehege und die kleinen, gutmütigen Kamele beäugen mich neugierig.

Über eine steinerne Treppe steige ich hinauf zum Luchsgehege. Luchse sind auch im Schwarzwald beheimatet, doch die Chancen, einen der äußerst scheuen Tiere in freier Wildbahn zu erleben, sind gleich null.

Überall laden im Schwarzwaldzoo schattige Ruhebänke zum Verweilen ein und wer mag, kann sich beim Imbisswagen ein Eis oder eine heiße Wurst kaufen. Kinder finden in der Spielarena ein Hüpfkissen zum Toben. Ein Besuch im Schwarzwaldzoo ist nicht nur für die Familie ein besonderes Erlebnis. Mich hat die grüne Oase mit ihrer exotischen und einheimischen Tierwelt für einige Stunden aus meinem Alltag geholt. Ich staunte und lernte viel Neues und sah sogar Tiere, von denen ich gar nicht wusste, dass es sie gibt. Oder haben Sie schon einmal einen Waldrapp gesehen?

In diesem Artikel erwähnt

Schwarzwaldzoo - Waldkirch

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