Interview mit Martin Moosmayer, Leiter des Forstbezirk Waldkirch

Naturgerechtes Schneeschuhwandern im ZweiTälerLand

Durch einen tief verschneiten Winterwald wandern, das macht den besonderen Reiz des Schneeschuhwanderns aus. Gleichzeitig ist der Winter eine sehr sensible Zeit für die heimische Tierwelt. Gämsen, Rehe, Hirsche, Auerwild, Wildschweine und Luchse überwintern in den Wäldern des ZweiTälerLands. Was es dabei zu beachten gibt, erzählt Martin Moosmayer, Leiter des Forstbezirks Waldkirch, im Interview.

Wem gehört eigentlich der Wald und muss ich um Erlaubnis fragen, wenn ich ein Waldstück betrete?

Martin Moosmayer: „Der Wald in unserem Forstbezirk ist zu über 50 Prozent in Privatbesitz, der andere Teil ist Kommunal- und Staatswald. In Baden-Württemberg gilt ein freies Betretungsrecht, das jedermann erlaubt, den Wald zu betreten. Mit diesem Recht sind natürlich auch Pflichten verbunden. Jeder, der sich im Wald bewegt, sollte dies mit Rücksicht auf Pflanzen und Tierwelt tun. In Bannwald und Naturschutzgebieten muss man sich an die bestehenden Wege halten. Die Hochlagen über 1.000 m ü. NN im ZweiTälerLand sind weitgehend komplett Natura-2000-Schutzgebiete.“

Dann darf ich als Schneeschuhwanderer auch abseits der Wege gehen, wenn sie außerhalb eines Schutzgebietes sind?

Martin Moosmayer: „Jeder sollte sich bewusst sein, dass der Winter eine ganz sensible Zeit für die Tiere ist. Sie finden wenig Nahrung und jede Energie, die sie bei der Flucht vor Menschen aufwenden, kann zu Erschöpfung und Tod führen. Deshalb sollte man sich nur auf den bestehenden Wegen oder Loipen bewegen. In Schutzgebieten gelten im Winter zum Teil noch strengere Wegegebote bzw. existieren gute Informationen zur Besucherlenkung.“

Aber wenn ich keine Tiere sehe, dann kann ich mich doch im Wald bewegen?

Martin Moosmayer: „Die Tiere wittern und hören uns Menschen lange bevor wir sie zu Gesicht bekommen. Viele Tiere haben eine Fluchtdistanz von über 500 Metern. Sie sind längst geflüchtet, ohne dass der Wanderer davon etwas bemerkt. Bei Loipen, Winterwanderwegen und gekennzeichneten Schneeschuhtrails sind die Tiere daran gewöhnt, dass sich dort Menschen aufhalten. Wenn jemand allerdings querfeldein geht, führt das zu einem Aufschrecken und zur Flucht. Daher appellieren wir an die Rücksichtnahme der Schneeschuhwanderer, zum Wohle der Tierwelt.“